Gestrandet

Am Sonntag waren wir gegen Mittag von der Grenze zu Tansania aufgebrochen, zurück nach Mzuzu. Wir hatten beschlossen uns eine Nacht am See zu gönnen. In Chitimba Camp machten wir Halt, genossen den Nachmittag am Wasser. Da es sehr windig war, war der See extrem unruhig und schwimmen war nicht möglich. So saßen wir am Strand und später im Camp und freuten uns an der Ruhe und dem Rauschen.

Montag früh verließen wir das Camp nach dem Frühstück. Vor uns lagen ca. 130 km durch die Berge in Richtung Mzuzu. Wir kauften noch ein paar Liter Benzin auf dem Schwarzmarkt, da Queenie nicht sicher war, ob es reichen würde – Tankstellen sind hier sehr dünn gestreut – und machten uns auf den Weg. Wir kamen nicht weit. Nach gut 15 km, die wir in Serpentinen bergauf fuhren, machte das Auto Probleme. Es schien keine Kraft mehr zu haben. Ob das Benzin vielleicht verunreinigt war? Wir schafften es noch auf einen seitlichen Parkstreifen, wo ein paar Jungs Benzin verkauften, das wars.

Und nun? Mitten in den Bergen, weit von jeder größeren Ansiedlung. Wir riefen Jonah Sinyangwe an, der das Auto für mich besorgt hatte. Der wiederum rief den Besitzer an und organisierte, daß man uns ein Ersatzauto bringen würde, aus Karonga, ca. 150 km entfernt. Das würde dauern.

Glücklicherweise hatten wir gut gefrühstückt und ein paar kleine Flaschen Wasser im Auto, sowie eine kleine Packung Kekse und eine kleine Tüte Chips. Die Jungs versuchten immer wieder uns Benzin zu verkaufen, aber wir konnten ihnen schließlich klar machen, daß es nicht am Benzin lag. Also verlegten sie sich aufs Kartenspielen. Immer mal wieder sprangen sie auf, wenn ein Auto kam und winkten mit ihrem Benzin Kanister.

Der Verkehr ist hier eher spärlich. Nur gelegentlich kommt ein Auto oder auch mal ein Kleinbus und auch mal ein Bus vorbei in die ein oder andere Richtung. Auch zu Fuß kommen Menschen, mehr oder weniger schwer beladen, vorbei.

Es dauert gut 3 ½ Stunden bis die Hilfe eintrifft. Der Besitzer ist mit einem Mechaniker gekommen, der ein Problem mit der Benzinpumpe diagnostiziert, die ausgetauscht werden muß. Ist uns egal. Wir sind froh, daß wir wieder aufbrechen können. Wir laden um und machen uns auf den Weg nach Mzuzu. Dort kommen wir gegen 15:30 Uhr am Nachmittag an und gehen erst einmal essen.

Was für ein Tag!

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