Zeitabläufe

Zeitmanagement – auch so ein Thema. Wie heißt es bei einigen afrikanischen Stämmen: „Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit“ oder wie ich erst letztens gelesen habe: „egal wie teuer oder wie wertvoll deine Uhr ist, mehr Zeit hast du trotzdem nicht“.

Obwohl ich nun schon über 30 Jahre Erfahrungen im afrikanischen Raum mache, bin ich immer noch so geprägt, daß ich versuche mich an Pläne und Zeitabläufe zu halten und mir meine Arbeit entsprechend effizient einzuteilen. Eben doch irgendwie deutsch, auch wenn ich mich in Afrika mehr zuhause fühle.

Und ich bin gelegentlich auch ungeduldig, obwohl ich über die Jahre wesentlich gelassener geworden bin. Was nicht geht, geht eben nicht und es gibt immer noch einen Plan B. Der sieht dann schon mal so aus, daß ich Socken stricke, da mal wieder alle aus den Büros verschwunden sind zu einer Beerdigung, oder wenn ich länger irgendwo warten muß. Ebenso lernt man zu improvisieren und nutzt seine Zeit anders. Es kann dann sein, daß man morgens sehr früh, so gegen 6 Uhr, unterwegs ist um jemanden abzufangen, mit dem man etwas zu besprechen hat, oder noch abends spät, also nach 21 Uhr, plötzlich jemand auftaucht, weil er dringend etwas mitteilen muß, oder Hilfe benötigt, bei was auch immer.

Eigentlich ist es doch egal, wenn unterm Strich die Arbeit getan wird, wenn es vorangeht, etwas langsamer vielleicht, aber stetig.

Ich erlebe es immer wieder, wenn ich in Deutschland bin, wie sehr Menschen unter Stress stehen, auch unter Freizeitstress, da ständig etwas erledigt werden muß. Alltag ist hektisch und anstrengend. Kein Wunder also wenn soviele junge Menschen diesen Belastungen nicht mehr gewachsen scheinen und es zu burn-out führt.

Die Arbeit in Afrika ist oft schwierig und anstrengend, bedingt durch andere Dinge, aber bisher kenne ich niemanden, der einen burn-out hätte.

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