Zurück in Deutschland

Da bin ich wieder. Nach gut 11 Wochen in Malawi bin ich Ende Oktober wieder in Deutschland gelandet. Mal abgesehen von dem eher ungemütlichen Wetter, traf ich zudem auf eine Vielzahl grimmiger und unfreundlicher Menschen. Wenn man aus einer Region zurückkommt, wo einem die meisten Menschen freundlich und höflich begegnen, fällt dies auf.

Das ist traurig, denn eigentlich bin ich doch Deutsche. Auch in der Bahn und der Straßenbahn ist es mir in den folgenden Tagen immer wieder aufgefallen, viele Menschen sind schlecht gelaunt, oder auch traurig, vielleicht frustriert.

Immer wieder fragt man mich, was mir an Afrika gefällt und warum ich so gerne dort arbeite. Hitze mag ich nicht, aber der Himmel ist meist blau und das Licht viel intensiver als hier, das allein macht gute Laune. Aber am wichtigsten sind die Menschen. Ich arbeite meist an der Basis, mit Menschen, die nur wenig besitzen, oft nicht einmal genug zum Leben. Ich arbeite überwiegend in ländlichen Regionen, wo hart gearbeitet wird, um den Lebensunterhalt, das tägliche Überleben, zu sichern. Hier gibt es keinen Luxus, man ist froh, wenn alles notwendige vorhanden ist.

Trotzdem sind die Menschen oft fröhlich, die Lebensfreude ist spürbar. Man grüßt, wenn man sich begegnet, auch wenn man sich nicht kennt und es wird viel gelächelt. Die Anteilnahme, das Interesse an den Mitmenschen ist groß, ebenso die Hilfsbereitschaft, auch Fremden gegenüber. Können wir wirklich das Gleiche von Deutschland sagen?

Ich habe meine meisten Berufsjahre als Fremde im Ausland verbracht, ich war sozusagen Ausländerin. Fast immer bin ich gut behandelt worden und nicht nur da, wo ich bekannt war, von den Menschen mit denen ich gearbeitet habe. Ich wünsche mir, daß es Fremden hier genauso geht.

Ich bin also zurück, aber im Grunde nicht wirklich angekommen. Noch ist nicht klar, wie es weitergehen wird. Ich bereite mich darauf vor im nächsten Jahr für eine längere Zeit nach Malawi zu gehen. In der Zwischenzeit genieße ich Zeit mit meinen Kindern, meinem Enkelkind und Freunden.

Ich bin dankbar für die vielfältige Unterstützung von allen Seiten und dafür mich nicht ums überleben sorgen zu müssen. Mal sehen wie es dann im neuen Jahr weitergehen wird.

Dzaleka Oktober 2019

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